Mit steigendem Anspruch an Innovation und Flexibilität von Unternehmen stellt die Innovationskraft von Anwendern einen oft unterschätzten Wettbewerbsvorteil dar. Dass sich die Beteiligung von Anwendern bei der Entwicklung von Softwaresystemen und zugehörigen Service-Angeboten positiv auswirken kann, zeigen Studien des Participatory Designs sowie die zunehmenden Erfolge des Web 2.0. In der Wirtschaft stoßen Ansätze wie Enterprise 2.0, Living Labs, Crowdsourcing, Perpetual Beta und das Open-Innovation-Paradigma zunehmend auf Interesse, da die Grenzen traditioneller Formen der Systementwicklung erkannt und die Chancen weitaus höher als die Risiken zu sein scheinen. Auch wenn die mediale Aufmerksamkeit um Web 2.0 und Social Software es anders vermuten lässt, steht die Erforschung dieser Ansätze noch in den Anfängen und bedarf einer Orientierung und Strukturierung. Eine solche erste Struktur und Systematisierung soll das Leitbild der Open Design Spaces bieten.
10:00 - 10:30 Begrüßung & Einleitung
Open Design Spaces - Innovation durch Nutzerbeteiligung
(Steffen Budweg, Sebastian Draxler, Steffen Lohmann, Asarnusch Rashid und Gunnar Stevens )
10:30 - 11:30 Session I
"Agile Design - User Participation at Open Text"
(Petra Kowallik, Kostanija Petrovic)
"Walled Spaces for Open Design - Grenzerfahrungen aus zwei agilen Software-Migrationsprojekten"
(Hartmut Obendorf)
11:30 - 12:00 Kaffeepause
12:00 - 13:30 Session II
"Towards a pattern based approach for designing virtual communities for innovations"
(Michael J. Huber, Jan Marco Leimeister, Helmut Krcmar)
"Nutzung individueller Kontextinformationen zur Verbesserung von kollaborativen Arbeiten"
(Björn Joop, Tim Hussein, Jürgen Ziegler)
"Nutzerinnovation im Eclipse Fall aus der Perspektive einer unternehmerischen Arbeitspraxis"
(Tobias Schwartz, Johanna Meurer, Gunnar Stevens)
13:30 - 14:30 Mittagspause
14:30 - 16.00 Session III
"Förderung der Nutzerinnovation im Rahmen digitaler Spiele durch intuitive Werkzeuge am Beispiel des Game Prototyping Frameworks"
(Joerg Niesenhaus, Johannes Löschner, Burak Kahraman)
"net culture labs - Enabling Spaces für das Hervorbringen von Innovationen"
(Thomas Fundneider, Markus Peschl)
16:00 - 16:30 Kaffeepause
16:30 - 18:00 Zusammenfassung, Roundtable & Abschluss
Dieser Workshop thematisiert Open Design Spaces als offene Kommunikations- und Gestaltungsräume zwischen Anwendern, Designern und Entwicklern und damit – frei nach dem Motto der Mensch und Computer 2009 – den Abbau von Grenzen und Kommunikationshürden in der Systementwicklung. Die Vision der Open Design Spaces lässt sich durch die Metapher eines für jedermann zugänglichen Raumes beschreiben, der Möglichkeiten zum kontinuierlichen Austausch mit dem Anwender bereitstellt und den Anwender als Co-Designer sowie festen Bestandteil der Systementwicklung versteht. Open Design Spaces greifen bekannte Ansätze aus mehreren Communities (HCI, CSCW, PD, SE, OSS) auf und motivieren zur interdisziplinären und anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung neuartiger Kommunikations- und Gestaltungsräume, die stärker als bisher die Nutzer-Gemeinschaft an der Neu- und Weiterentwicklung von Systemen beteiligen.
Die Zielgruppen des Workshops sind Anwendervertreter, Softwareentwickler, Usability Experten, Designer und Forscher aus den beteiligten Communities. Im Workshop sollen unter anderem folgende Fragen und Herausforderungen diskutiert werden:
Wie kann eine gelungene Umsetzung von Open Design Spaces erfolgen?
Die unterschiedlichen Arbeitsweisen, Hintergründe und Erwartungen aller Beteiligten
müssen bei der Wahl der Strukturierung, der Offenheit und der Werkzeuge berücksichtigt werden:
Wie kann die Wirtschaftlichkeit und Nützlichkeit von Open Design Spaces sichergestellt werden?
Aus Sicht von Entscheidungsträgern ist die Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit im Unternehmen von großer Bedeutung:
Wie ist die Korrektheit der wissenschaftlichen Methodik bei der Entwicklung und Untersuchung von Open Design Spaces sicherzustellen?
Von den Teilnehmern werden schriftliche Beiträge in den folgenden Kategorien erwartet:
Alle Beitragseinreichungen sind entsprechend den Vorgaben des LNI-Formats zu verfassen und als PDF-Datei bis spätestens zum 21. Juni über EasyChair einzureichen. Angenommene Text-Beiträge werden in einem Workshop-Band mit eigener ISBN veröffentlicht - Folienpräsentation werden über die Website zugänglich gemacht. Damit der Beitrag berücksichtigt wird, muss sich mindestens ein Autor als Tagungsteilnehmer registrieren.
Steffen Budweg ist Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (Fraunhofer FIT). Er ist in nationalen und europäischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten in den Anwendungsfeldern Kooperationssysteme (CSCW), Mensch-Maschine-Interaktion (HCI) und Nutzerzentrierte Gestaltung (UCD/PD) aktiv. Aktuell arbeitet er im integrierten EU-Projekt ECOSPACE, in dem er ein Living Lab koordiniert.
Sebastian Draxler ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen. Aktuell arbeitet er mit verschiedenen Industriepartnern in dem BMBF-geförderten CoEUD Projekt. Sein Ziel ist dabei die Unterstützung von Benutzern bei der Aneignung flexibler, Komponenten-basierter Softwaresysteme. Seine Forschungsinteressen liegen insbesondere in den Bereichen Human Computer Interaction, Computer Supported Cooperative Work, Nutzerbeteiligung sowie Agile Entwicklungsmethoden.
Steffen Lohmann gehört der Arbeitsgruppe Interaktive Systeme und Interaktionsdesign der Universität Duisburg-Essen an. In einer Vielzahl von Projekten konnte er Erfahrungen in nutzerorientierter Softwareentwicklung sammeln. Aktuell beschäftigt er sich mit dem Thema Nutzerpartizipation im Rahmen des BMBF-Projekts SoftWiki.
Asarnusch Rashid ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI Forschungszentrum Informatik im Forschungsbereich Information Process Engineering (IPE). Im Rahmen des Projektes CollaBaWü beschäftigt er sich mit der Verbesserung der Anwenderbeteiligung in Softwareprojekten.
Gunnar Stevens ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (Fraunhofer FIT). Seine aktuelle Forschung beschäftigt sich mit der Frage, wie lokale Nutzungskontexte und globalen Designkontexten miteinander verzahnt werden können. Hierbei untersucht er die Mediierung fragmentierter Erfahrungshorizonte bei verteilten Aneignungsprozessen.